Dies und das

Die Live-Aufnahme des Hörbuchs zum neuen Geschichtenband (3-11-2016)

Vor ziemlich genau einem Jahr schrieb ich an dieser Stelle:
„Jedes Jahr, wenn sich mein Nachbar Rüdiger aus dem zweiten Stock wieder eine Flasche Vodka kauft, 24 Striche an den Rand macht und behauptet, das wäre nun quasi sein Adventskalender, weiß ich: Das Jahr neigt sich dem Ende zu.“

Aus diesem Absatz ist mittlerweile eine ganze Geschichte geworden, die auch in meinem neuen Geschichtenband „Der kategorische Imperativ ist keine Stellung beim Sex“ enthalten sein wird. Der erscheint am 25. Januar 2017. Das Hörbuch dazu werde ich an drei Abenden im Mehringhoftheater live vor Publikum einlesen. Nämlich an den Sonntagen 6. und 13. November um 18.00 Uhr, sowie am Dienstag dem 15. November um 20.00 Uhr. Der erste Sonntag, am sechsten, ist schon sehr ausverkauft. Für die anderen beiden Termine gibt es aber noch Karten. Es werden ohne Frage besondere Abende.

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Rundherum darum bin ich aber suchpraktisch durchgehend auf Tour. Heute am 3. November im Magdeburg, morgen in Neuruppin und Samstag in Rostock.
Nächste Woche fahre ich noch weiter. Nach Pforzheim, Stuttgart, Lauf und Darmstadt. Um ab dem 22. November in Bochum, Bonn, Dortmund, Köln-Sülz, Düsseldorf und Kiel die Solo-Auftrittstournee für dieses Jahr zu beenden. Einige Termine hiervon sind ausverkauft. Andere, wie insbesondere Pforzheim und Stuttgart am 9. und 10. November haben aber noch durchaus Kapazitäten.

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Nach dem 27. November beginnen dann wieder die Vorbereitungen und Proben für den Jahresrückblick. Doch dazu vielleicht in Kürze mehr.

Nebendran gibt es noch den Anfang einer der neuen Geschichten aus dem im Januar erscheinenden Buch. Den Rest und mehr kann man bei der Hörbuchaufnahme erleben oder eben später im Buch nachlesen.

allen viel Gutes wünscht
Horst Evers

Es ist nicht das, wonach es aussieht

Mittwochnachmittag. Stehe in der Lingerie-Abteilung eines großen Textilkaufhauses und fotografiere Mädchenunterhosen. Wobei, so ein Satz lappt womöglich ins Missverständliche.

Tatsächlich brauchte ich T-Shirts. Daher bat mich die Tochter doch gleich auf dem Weg auch ein paar Unterhosen für sie zu besorgen. Im riesigen Dessous- und Wäschebereich des gewiss eher an ein jugendliches Publikum ausgerichteten Discounters fand ich es jedoch reichlich unübersichtlich. Da ich mittlerweile weiß, wie schnell man was verkehrt macht, habe ich also die Tochter noch einmal angerufen. Um auf Nummer Sicher zu gehen. Die wiederum meinte, ich solle doch einfach schnell die verschiedenen, infrage kommenden Unterhosen fotografieren, ihr die Bilder schicken und dann könne sie auswählen.
Also steht nun in diesem riesigen, hippen Jugendlichen-Modekaufhaus inmitten hunderter junger Mädchen ein einzelner mittelalter, untersetzter, kahlköpfiger Mann und schwenkt Mädchenunterhosen. In ein irgendwie günstiges Licht. Betrachtet sie. Um sie dann zu fotografieren. Und denkt sich… -nichts dabei.
Eine Verkäuferin spricht mich an:
„Entschuldigung, was machen Sie denn da?“
Aus irgendeinem Grunde erschrecke ich mich. Habe, warum auch immer, ein schlechtes Gewissen. Versuche mich daher, einem schwachsinnigen Reflex folgend, hinter der purpurfarbenen Mädchenunterhose in meiner Hand zu verstecken. Wer heutige Mädchenunterhosen und die Größe meines Kopfes kennt, wird sich denken können: Das gelingt nur höchst unzureichend. Und tatsächlich: Die Verkäuferin kann mich immernoch sehen. Sie wiederholt ihre Frage:
„Was machen Sie denn da?
-Es ist nicht das, wonach es aussieht.
-Nein?
-Nein. Gar nicht.
-Ach. Dann stehen Sie also nicht hier in unserer Lingerie-Abteilung und fotografieren Mädchenunterhosen?
-Nein. Das heisst doch. Also schon einerseits, aber… weiß nicht.
-Sie wissen nicht, ob Sie Mädchenunterhosen fotografieren?
-Doch, das schon, aber es ist nicht das, was sie denken.“
Sie überlegt. Eine ganze Weile, sagt schliesslich:
„Sie Schwein!“
Wehre ab. „Moment, das ist ungerecht. Ich sagte doch, es wäre nicht das, was Sie denken.“
Sie nickt.
„Eben. Ich dachte, wahrscheinlich fotografiert er die Unterhosen, um so seine Tochter per Telefon zu fragen, welche er kaufen soll. Aber da es ja nicht das ist, was ich denke, sind Sie offensichtlich doch ein Schwein.“

-Fortsetzung folgt beim Einlesen des Hörbuchs oder im Januar im neuen Geschichtenband-

Letzte Lesungen vorm Jahresrückblick (21-11-2015)

Jedes Jahr, wenn sich mein Nachbar Rüdiger aus dem zweiten Stock wieder eine Flasche Vodka kauft, 24 Striche an den Rand macht und behauptet, das wäre nun quasi sein Adventskalender, weiß ich: Das Jahr neigt sich dem Ende zu. Doch vorher ist noch einiges zu tun.

Gleich am Montag, den 23. November, 19.00Uhr, nehmen wir noch einmal Geschichten für Radio eins auf. Die Karten werden in der „2 auf 1“-Sendung am Sonntag, den 22. November verlost. Irgendwann zwischen 9.00 und 11.00 Uhr wahrscheinlich.

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Mittwoch bis Samstag spiele ich mein Programm in Bremerhaven, Buchholz, Münster und Wilhelmshaven. Bremerhaven ist sehr ausverkauft. Bei den anderen drei Orten könnte man aber wahrscheinlich noch Karten bekommen können.
Sonntag bin ich auch schon beinah traditionell zum Jahresende Gast bei der Intensivstation. Diesmal in Peine.

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Im Dezember beginnen die Proben zum Jahresrückblick. Ein wirklich schwieriges Jahr, wir sind selbst sehr gespannt, wie wir damit umgehen werden. Wer dies sehen möchte, aber noch keine Karten hat, sollte sich jetzt recht bald darum kümmern. Die meisten Vorstellungen sind leider schon ausverkauft, aber noch nicht alle.
Außerdem lese ich gerade das Hörbuch meines neuen Romans ein, den ich Ende Januar 2016 wieder live auf radio eins vorstellen werde. „Alles ausser irdisch“ heisst er, ist eine Science-Fiction-Geschichte und etwas, auf das ich mich wirklich sehr freue. Doch dazu demnächst von hier mehr.

Nebendran gibt es noch passend zur Jahreszeit eine Folge aus meiner Reihe:
„Die schönsten Weihnachtsmärkte der Welt“ diesmal: Spandau

allen viel Gutes wünscht
Horst Evers

Die schönsten Weihnachtsmärkte der Welt Folge 27: Spandau (21-11-2015)

Ein in Spandau gebürtiger Freund erklärte mir einmal, jeder Weihnachtsmarkt habe seine Spezialität. In Nürnberg gäbe es den Lebkuchen, in Aachen die Printen, in Dresden den Stollen und in Spandau auf die Fresse. Das ist Quatsch. Viele sagen der Spandauer Weihnachtsmarkt sei der schönste Berlins. Da will ich kein abschliessendes Urteil wagen. In jedem Falle aber ist er ganz sicher der schönste Weihnachtsmarkt Spandaus.
Traditionell in der dritten Adventswoche fuhr der Kinderladen der Tochter dorthin. Ich wurde von den beiden Erzieherinnen als Begleitperson geködert mit dem schönen Satz: „Man muss da eigentlich nichts groß machen, es ist nur manchmal schön noch jemand Drittes dabei zu haben.“
Sätze, die mit „Man muss da eigentlich nichts groß machen…“ beginnen, liegen übrigens ganz weit vorne in meiner inoffiziellen Liste der 20 Sätze, die immer gelogen sind.
Knapp gefolgt von: „Das kann man gar nicht verfehlen“ und „Dein neuer Haarschnitt macht Dich 20 Jahre jünger.“ Obwohl, das hat auch seit zwanzig Jahren niemand mehr zu mir gesagt. Da hatte ich nämlich meinen letzten Haarschnitt. Seitdem ist mein Haarschnitt ja quasi selbstregulierend.
Nachdem sich eine Erzieherin am Morgen krank abgemeldet hatte, meinte die Andere: Da sehe man, wie gut es sei, jemand Drittes dabei zu haben. Ich erwiderte, jemand Drittes, sei nur solange jemand Drittes, wie es jemand Zweites gebe. Woraufhin ein Kind mich fragte, ob es bei mir auch immer so tun müsste, als wenn es zuhörte.
In der U-Bahn sind nur zwei Plätze frei. Setze mich auf einen und rufe:
„Wer will auf meinem Schoss sitzen?“ Überraschenderweise wollen alle auf meinem Schoss sitzen und schaffen das sogar irgendwie. Kann dadurch zwar von Bayrischer Platz bis Rathaus Spandau nicht atmen, aber wegen der nach kurzer Zeit einsetzenden Bewusstlosigkeit, vergeht wenigstens die lange U-Bahn-Fahrt wie im Fluge. Erinnere mich an England, wo sich die Pendler zwischen Brighton und London früher angeblich auch jeden Morgen absichtlich bewusstlos geschlagen haben, damit die lange Zugfahrt schneller rumgeht.
Auf dem Weihnachtsmarkt fragt mich Rieke sofort, ob sie Lose ziehen darf. Da jedem Kind zwei Buden erlaubt sind und mein Hirn noch von der U-Bahnfahrt sauerstoffunterversorgt ist, sage ich: „Wuff.“ Rieke versteht das als ja. Als die Erzieherin das mitbekommt, schreit sie mich an: „Du hast Rieke erlaubt Lose zu ziehen?
-Wuff?
-Weil Rieke immer Glück hat!
-Wuff?
Rieke kommt mit einem ca. 1 Meter 60 hohen, riesigen, rosa Plüschhasen und strahlt.
„Den hab ich gewonnen.“
Die Erzieherin schnauft: „Na Bravo. Den trägst jetzt aber schön Du.“
Antworte: „Wuff.“
Aber immerhin haben wir jetzt doch noch wieder jemand Drittes dabei.
Die Erzieherin verlangt: „Wir sollen uns anständig auf dem Weihnachtsmarkt benehmen, nicht zu auffällig.“ Den Kindern gelingt das erstaunlich gut. Mir weniger. Ich weiß nicht, wer schonmal versucht hat, unauffällig zu sein, während er einen 1 Meter 60 großen rosa Plüschhasen über den Spandauer Weihnachtsmarkt trägt. Nicht einfach das. Jeder Zweite spricht mich an. Vor allem Frauen.
Verblüffend. Also ich will mal so sagen: Wer jetzt im Winter allein ist und eine Beziehung sucht… Vergesst Bekanntschaftsanzeigen oder Singlebörsen. Wenn Du nett guckst und einen riesigen, rosa Plüschhasen an einem weihnachtsfeierträchtigen Donnerstag über den Spandauer Weihnachtsmarkt trägst, dann kannst Du alle haben. Wobei die meisten Frauen gar nicht mich angesprochen haben, sondern den Plüschhasen. Drei haben ihn zu sich nach Hause eingeladen. Eine meinte, der Plüschhase habe sie an den Hintern gefasst, dafür müsste ich jetzt einen Futschi mit ihr trinken. Die meisten jedoch haben den Plüschhasen einfach über mich ausgefragt, in der Richtung, ob sein Herrchen denn ein Netter sei und ein Frauchen habe so weiter. Die Männer hingegen waren weniger charmant und wiesen den Plüschhasen nur darauf hin, er hätte da was komisches am Hintern. Dann wiesen sie lachend auf mich.
Trotzdem verlebte ich einen großartigen, späten Nachmittag und möchte sagen, also auf seine eigene, verquere Art ist der Spandauer Weihnachtsmarkt tatsächlich der Schönste. Von was auch immer. Also wenn man es mag, zum schieren Objekt niederer Begierde zu werden. Ich fand das mal ganz schön. Zumindest solange, bis Rieke beim Entenangeln auch noch ein riesiges, weisses Einhorn gewann. Männer mit rosa Plüschhasen und weissen Einhörnern gelten wohl nicht mehr als sexuell attraktiv. Wusste ich auch noch nicht. Auf der Rückfahrt durften wieder alle einschliesslich Hase und Einhorn auf mir sitzen, wodurch ich zwar später eine Weile erneut nur durch Wuff-Laute kommunizieren konnte, aber die Freundin meinte ihr wäre der Unterschied eigentlich gar nicht aufgefallen.
„Wuff!“

Wäre ich Du, würde ich mich lieben (1-11-2013)

Heute ist es soweit. Das neue Buch erscheint. Es heisst „Wäre ich Du, würde ich mich lieben“ und erklärt praktisch in 56 eigenständigen Geschichten diesen Titel. Unter anderem. Ich finde, das Buch ist wirklich schön geworden, weshalb ich dem Verlag auch explizit erlaubt habe, es an diversen Stellen zum Verkauf anzubieten.
Natürlich gibt es aber auch eine offizielle Präsentation. Die findet am 5. November im Renaissance-Theater statt und ist leider schon ausverkauft. Dafür wird sie aber wieder live auf Radio eins übertragen. Ab 19.00 Uhr eine Stunde Vorberichterstattung mit Silke Super und mir und von 20.00 bis 21.00 Uhr eine Stunde Live-Lesung aus dem Buch.

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Auch erschienen ist eine Live-CD vom neuen Programm „Hinterher hat mans meist vorher gewusst“. Wie immer bei WortArt. Die ist auch sehr schön geworden.
Man kann aber auch einen Mitschnitt des Programms am 2. November um 15.00 Uhr (bis 17.00 Uhr) bei der Unterhaltung am Nachmittag auf WDR 5 hören. Dort bleibt es dann auch eine Woche in der Mediathek. Aufgenommen hat der WDR die Comedia-Vorstellung in Köln vom 22. Oktober.

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Natürlich werde ich im November auch wieder verstärkt auf Tour sein. Zum Beispiel in Jena, Langenhagen, Bonn, Gelsenkirchen, Bochum oder Wolfsburg. Näheres steht im Tourplan.
Am 19. November wird die nächste Vorleser-Sendung im Pantheon aufgezeichnet. Unter anderem mit Cordula Stratmann.
Die zuletzt aufgezeichneten Vorlesersendungen laufen am 3. und 10. November, jeweils um 20.00Uhr auch auf WDR 5.

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Nebendran ist gibt es übrigens noch eine mittelleicht gekürzte Fassung einer der Geschichten aus dem neuen Buch, die ich nur sehr selten, bis gar nicht vorlese. Die neuen Geschichten, die ich häufig, beispielsweise im aktuellen Programm, vorlese, sind natürlich auch alle im Buch. Ein komplettes Hörbuch wird zusätzlich bald erscheinen, doch dazu mehr, wenn es soweit ist.
Bis dahin einen glücklichen November und allen viel Gutes wünscht
Horst Evers

Der Frühschoppen wird 23 (15-10-2013)

Es war ein kühler, düsterer Sonntag im Herbst des Jahres 1990 als einige seltsame Herren die behauptete Bühne im Keller eines besetzen Hauses in der Berliner Brunnenstrasse betraten und erstmals wildfremden Menschen öffentlich ihre Geschichten vorlasen…
Was aus der Brunnenstrasse 7 oder dem Wetter mit seinem ständigen Wandel geworden ist, darüber streiten heute die Stadthistoriker und Klimaforscher. Unstrittig jedoch ist, daß die seltsamen Herren in nur leicht veränderter Besetzung, dafür jedoch schon seit vielen, vielen Jahren verstärkt durch eine nicht minder wundersame Frau jeden Sonntag um 13.00Uhr eine Bühne betreten und ihre Geschichten vortragen. Warum sie allerdings in dieser langen Zeit nicht einen Tag gealtert sind und aber noch ganz genau so gut und knackig aussehen wie vor 23 Jahren, ist nur eines der vielen Mysterien, welche diese Vorleser umranken. Ob dieses und andere Rätsel bei den beiden spektakulären Geburtstagsabenden am Samstag, den 19. Oktober um 20.00Uhr und Sonntag, den 20. Oktober um 18.00 Uhr, jeweils im Schlot, gelöst werden, soll hier nicht verraten werden. Aber auf zwei glamouröse Geburtstagsabende mit allerfeinsten Gästen darf man sich getrost einrichten.
Näheres und Karten bei: http://www.der-fruehschoppen.de/

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Zuvor und hinterher werde ich aber auch noch Solo unterwegs sein. In Eberswalde und Rüdersdorf bin ich zum ersten Mal, in Neuruppin war ich bereits vor anderthalb Jahren und das war wirklich schön gewesen. Deshalb fahre ich da ja auch glatt nochmal hin.

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Direkt nach dem Frühschoppengeburtstag fahre ich nach Köln, wo ich in der Comedia am Montag bei den WDR-Vorlesern beeindruckende Gäste begrüßen darf. Timur Vermes und Lutz von Rosenberg-Lipinsky haben Premiere bei den Vorlesern, Kirsten Fuchs und Hans Zippert geben sich zu meiner großen Freude nun schon zum wiederholten Male die Ehre.
Wo ich dann schonmal im Rheinland bin, spiele ich die nächsten beiden Abende in Köln und Bonn auch noch gleich mein Programm: „Hinterher hat man‘s meist vorher gewusst“.
Es sei an dieser Stelle auch nochmal erwähnt, daß dies das nun quasi fertige Programm ist, für welches ich im Februar in Köln, Mainz und im Berliner Mehringhof unter dem Titel „Aktuelle Geschichten“ getestet habe.

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Ziemlich aufgeregt bin ich natürlich wegen des nun sehr bald anstehenden Erscheinungstermin meines neuen Buches. Es heisst „Wäre ich Du, würde ich mich lieben“, handelt im Prinzip genau davon und erscheint am 1. November. Doch dazu mehr, kurz vorher.
Bis dahin kann man sich die zeit vertreiben mit einer Geschichte nebendran, zum, aus meiner Sicht, Fernsehereignis des Jahres

allen viel Gutes wünscht
Horst Evers

Es wird wieder vorgelesen (13. 8. 2013)

Seltsame Dinge gehen vor in der Welt. Hertha BSC ist Tabellenführer. Fraglos ein erster Schritt zum „Championsleague-Finale daheim“ im Mai 2015. Dennoch sollte man auf dem Teppich bleiben. Jetzt schon davon zu sprechen, dieses Finale unbedingt gewinnen zu müssen, wäre meiner Ansicht nach vermessen.
Zudem hat mich die NSA angemahnt, wenn ich nicht bald mal wieder was ins Internet schreiben würde, wären sie gezwungen Personal einzusparen und die hätten doch alle Familie und so…, ob ich Ihnen nicht schnell ein bißchen was zum Überwachen ins Netz stellen könnte… Wer kann da schon nein sagen?
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Also, nach fast 5 Monaten ohne Vorlesetermine, nehme ich heute, am 13. August wieder meinen Betrieb auf. Fast schon traditionell beginne ich nach der Sommerpause im Kulturkaten in Prerow, um dann am Mittwoch noch in Klausdorf (bei Stralsund) aufzutreten.
In Berlin starte ich am Montag, den 19. August in den Wühlmäusen. Die Woche dort, ist leider genauso wie die drei Wochen im Mehringhof im September bereits komplett ausverkauft. Allerdings gibt es oft am Veranstaltungsabend oder 1-2 Tage vorher noch Restkarten. Ein Versuch lohnt da häufig.

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Besonders hinweisen möchte ich auf den 28. August. Dort bin ich im Heimathafen Neukölln für BürgerEnergie Berlin im Einsatz. Gut eine Stunde werde ich lesen, dann sprechen wir noch schnell darüber, wie man das Berliner Stromnetz kaufen, bzw. rekommunalisieren kann. Der Eintritt ist frei.
Tags drauf am 29. 8. besuche ich Andreas Scheffler in Groß Köris und werde bei der Gelegenheit auch gleich den ganzen Abend lang vorlesen. Der Besuch ist öffentlich und beginnt um 19.30 Uhr.
Am ersten Septembersonntag melden wir uns dann auch mit dem Frühschoppen im Schlot zurück.

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In meiner Pause habe ich immerhin das Hörbuch vom „König von Berlin“ aufgenommen (schon erschienen) und mein neues Buch (erscheint im November) fertiggeschrieben. Doch dazu mehr demnächst von hier
bis dahin allen viel Gutes
Horst Evers

Vorschau auf den Rückblick (21. 11. 2012)

Die Woche zwischen Volkstrauertag und Totensonntag ist traditionell die letzte Chance etwas Spektakuläreres zu veranstalten, wenn man es noch in die offiziellen Jahresrückblicke schaffen will. Jetzt also schnell, egal wie das Wetter ist. Spätestens Montagmittag ist fast überall Redaktionsschluss.
Nicht allerdings bei uns, unser Jahresrückblick beginnt erst am 11. Dezember und selbst wenn noch später etwas wirklich Wichtiges passieren sollte, wie beispielsweise der von den Mayas angekündigte Weltuntergang am 21sten, könnten und würden wir das natürlich noch einbauen, da unsere Bühnenshow ja anders als beispielsweise die Jahresrückblickshefte, jeden Tag live sein wird. Beeilen muss man sich aber trotzdem, zumindest wenn man noch Karten für eine der Vorstellungen in diesem Jahr haben möchte, da gibt es nur noch sehr wenige, für aktuell noch 4 der 23 Dezembervorstellungen. Bei den Vorstellungen im Januar ist es noch etwas entspannter, aber wohl auch nicht mehr lange.
Unsere Planungen laufen natürlich längst auf Hochtouren, was bedeutet, wir haben schon einen Termin für ein Treffen gemacht.

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Mein erster Roman „Der König von Berlin“ hat es erfreulicherweise auf die Shortlist des Leserpreises von“Lovely Books“ geschafft. Jetzt zählen dort nur noch die Stimmen der Leserinnen und Leser. Hier kann man für einen der nominierten Romane abstimmen.

http://www.lovelybooks.de/leserpreis/2012/

Ich würde mich natürlich freuen, wenn viele für den König stimmen. Ist ja irgendwie klar. Muss aber jeder für sich entscheiden. Logisch.

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Vor dem Jahresrückblick darf ich noch ein wenig durchs Land fahren. Das finde ich sehr erfreulich. Heute Abend (falls ich den Text bis dahin fertig und online kriege, sonst wars gestern), trete ich zum ersten Mal in Mannheim auf, dann gehts endlich mal wieder nach Freiburg ins Vorderhaus, dann Bietigheim-Bissingen und Würzburg.
Nächste Woche endet die diesjährige Tour mit Frankfurt an der Oder, Görlitz, Magdeburg und zum Abschluss spiele ich in den Wühlmäusen in Berlin. Dann proben wir noch eine Woche, bevor wir uns fast 6 Wochen lang quasi ausschliesslich dem Jahresrückblick hingeben.

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Gerade erschienen ist übrigens noch ein von mir selbst eingelesenes Hörbuch zu „Für Eile fehlt mir die Zeit“, am 6. Dezember wird höchstwahrscheinlich auch die DVD vom „Großen Bahnhof“ erscheinen. Doch dazu mehr an Nikolaus.

bis dahin allen viel Gutes wünscht
Horst Evers

Wer ist schuld? (21. 11. 2012)

Der Hausmeister meiner früheren Grundschule schreibt mir, meine alte Grundschule werde entkernt und zu einem Fitnessstudio, auch mit Rückenschule umgebaut. Ich will jetzt gar nicht darüber lamentieren, was es für die Bevölkerungsstruktur in ländlichen Gebieten bedeutet, wenn dort jetzt aus den Grundschulen, Rückenschulen werden, ich will es nur bemerkt haben.
Auf alle Fälle hat der Hausmeister jetzt tatsächlich soviele Mailadressen wie möglich von ehemaligen Schülern ausgegraben, um diesen zu schreiben, er würde jede Menge Gegenstände aus ihrer alten Grundschule bei ebay versteigern.
Und da war sie dann. Meine alte Schultafel. Die alte Grundschulschultafel aus Raum 24, unserem Klassenzimmer. Die Tafel, wo Herr Gühlke immer oben links die Zuspätkommer aufgeschrieben hat. Und später auch die, die sonst noch Unfug veranstaltet hatten. Wo man den ganzen Schultag lang seinen Namen lesen konnte, wohl wissend, dass jeder Name am Ende mit einer Strafe bedacht werden würde. Die Tafel, vor der ich wer weiß wie oft, verzweifelt und ahnungslos stand. Auf dem Holzboden, der schon getränkt vom Angstschweiss von Generationen verwirrt, orientierungslos tropfender Grundschulkinder längst mürbe und knorrig geworden war und mit seinem gequälten Knarzen die lähmende Stille des Unwissens zu einer Dolby-Surround-Stille gemacht hatte. Denn die stillste Stille, wird noch sehr viel stiller und unheimlicher, wenn in ihr ein Boden knarzt. Und dieser Boden knarzte wie ein betrunkener, schnarchender Dachs.
Es löste Diskussionen aus, als die Spedition vor der Tür stand und ich der Familie gestehen musste, dass ich einem inneren Drang folgend, bei ebay meine alte Grundschulschultafel ersteigert hatte. Für gerade mal 4 Euro 72, ha, plus naja dann allerdings nochmal 63 Euro 50 Versandkosten. Die Familie vertrat die Auffassung, wir bräuchten gar keine Grundschultafel in der Wohnung. Es folgte eine hitzige, unerfreuliche Diskussion.
Im Prinzip war es wie damals, als ich ein Modell der Originalmelkmaschine ersteigerte, auf der ich in meiner Kindheit Kühemelken gelernt hatte.

Niemand wollte die Tafel, also musste ich sie in mein kleines Zimmer schaffen. Und dann begann es. Nachts hörte man plötzlich grausige, unheimliche Geräusche, Knarzen, aber auch dieses schlimme Geräusch nasser Kreide, die quietschend über die Schiefertafel gezogen wird. Ich rannte ins Zimmer, doch da war nichts bei der Tafel, nicht einmal Kreide. Aber es kam noch schlimmer. Wenn ich morgens erst nach acht ins Zimmer kam, stand plötzlich links oben an der Tafel mein Name. Der Name des Zuspätkommers. Kam ich vor acht, war alles gut. Doch wehe ich war später, dann stand da der Name und alles an diesem Tag ging schief. Der Bus fuhr mir vor der Nase weg, Geschäfte schlossen genau, wenn ich die Tür erreichte, in der Rathauskantine war mein Wunschessen direkt bevor ich dran war aus. Immer kam ich zu spät. Bei allem.
Es stellte sich heraus, daß ein Fluch auf meiner alten Grundschultafel lag. Das jahrelange Anklagen und Leid der Zuspätkommer hatte sich tief in die Seele der Tafel gefressen.
Wir liessen einen Exorzisten für Grundschulgegenstände kommen, aber der sagte, es sei zwecklos. Der Fluch, die Kraft des Zuspätkommens sei untrennbar in der Tafel verankert. Nur ihre völlige Zerstörung könnte dafür sorgen, daß nicht für alle Zeiten alles mit dem sie in Kontakt käme, viel, viel, viel zu spät dran wäre. Also brachten wir sie schweren Herzens zum Recyclinghof, wo sie dann verschrottet wurde. Ein Teil meiner Kindheit. Einfach verschrottet. So traurig hätte die Geschichte eigentlich enden können.
Doch als ich dann hörte, daß ausgerechnet dieser Recyclinghof, den aller-, aller größten Teil der neugewonnen, also recycelten Rohstoffe für den Bau des neuen Großflughafens Berlin-Brandenburg geliefert hat, da hatte ich doch ein bisschen ein schlechtes Gewissen.

Bunter November mit Vorlesern und dem „König von Berlin“ (6. 11. 2012)

Die einen sagen: „Boarh, endlich fast geschafft!“, die Anderen „Ach schade, ich werd wahrscheinlich wieder gar nicht mit allem fertig.“ In jedem Falle aber kann man bald schon auch ans Jahr 2012 wieder einen schönen Haken machen. Sollte die Welt am 21. Dezember 2012 nun letztenendes im Großen und Ganzen aber doch nicht untergehen, wird wohl auch in 2013 nochmal ein neues Jahr veranstaltet werden. Der strukturelle Ablauf soll allerdings wohl wieder ähnlich wie 2012 werden, wobei die genaue Reihenfolge von Tagen und Monaten noch nicht endgültig beschlossen ist. Da der neue Eröffnungstermin für den Großflughafen Berlin-Brandenburg im Herbst 2013 in jedem Falle garantiert eingehalten werden soll, behält man sich diesmal also eine eventuelle Verschiebung einzelner Daten, vielleicht ganzer Monate im Kalender vor. Vielleicht wird man also den Oktober 2013 zumindest für Berlin und Brandenburg komplett auf das Jahr 2014 oder sogar 2015 verschieben müssen.
Wir behalten dies im Auge und werden davon in jedem Falle in unserem Jahresrückblick, ab dem 12. Dezember im Mehringhoftheater berichten. Für den läuft der Vorverkauf übrigens längst auf Hochtouren, die ersten Vorstellungen sind bereits ausverkauft. Für Interessenten sei hiermit ein Kümmern um Karten wirklich dringend geraten. Im Januar wird der Jahresrückblick enden, ein Verschieben von Monaten wird für uns nicht möglich sein.

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„Der König von Berlin“, mein erster Roman, ist nun schon seit über einem Monat auf dem Markt und macht mir außerordentlich viel Freude. Da es ein Krimi ist, will ich allerdings hier nichts weiter mehr verraten, außer daß ich mich wirklich sehr über die äußerst positive Resonanz freue. Das ist schön.
Ein klein wenig erzähle ich jedoch bei den Auftritten, die bis zum Dezember noch anstehen (und unter den Terminen auf dieser Homepage natürlich nachzulesen sind). Dort kann man den König selbstverständlich auch überall erwerben. Bis Weihnachten werde ich, wie gut zu sehen ist, noch wirklich viel Zeit auf Bühnen von Chemnitz bis Mannheim, Görlitz bis Freiburg, Würzburg bis Frankfurt an der Oder und natürlich auch in Berlin verbringen. Da wird sicher wieder auch manch Weihnachtsmarkt zu besichtigen sein.

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Gestern, am Montag, haben wir in Bonn in einem grandiosen Abend die letzten beiden Vorlesersendungen des Jahres für den WDR produziert. Ich danke allen, die geholfen haben. Es war eine bemerkenswert schöne Vorstellung und wir können es auch beweisen. Die Sendung mit Sebastian Krämer und Jess Jochimsen läuft am 18. November, die mit Wolf Haas und Kirsten Fuchs am 6. Januar 2013. Davor, am 11. November, kann man noch die Sendung mit Marc-Uwe Kling und Michael Feindler, aufgenommen in der Comedia in Köln, hören. Alles immer Sonntags, um 20.05Uhr auf WDR 5. Die Sendung mit Ralf Husmann und Moritz Netenjakob lief bereits am letzten Sonntag.
Auch für Radio1 habe ich neue Geschichten aufgenommen. Die werden erfreulicherweise bis weit nach 2013 rein reichen.

Weiteres Neues wird in Kürze hier erzählt werden, aber erstmal ist dieser Eintrag fürwahr lang genug.

bis dahin allen viel Gutes
wünscht Horst Evers

WP SlimStat