Willkommen auf den neuen Heimseiten von Horst Evers
Vieles ist schon schön geworden. Manches braucht noch ein bisschen, aber alles ist in Behandlung. Es gibt Informationen über die Programme, die Veranstaltungen, Bücher, CDs und über Horst Evers selbst.
An jedem Dienstag erscheint ein neuer Text oder zumindest Textschnipsel im Blog. Andere Neuigkeiten, wichtige Mitteilungen oder Kommentare zum Weltgeschehen kommen natürlich auch mal zwischendrin.
Natürlich kann jeder Kommentare und Grüße, Beschwerden und Lob, Lehrreiches und Verwirrendes auf der Seite hinterlassen. Um jedoch unnützem Spam den Zugang zu verweigern, werden alle Beiträge zunächst von einer internationalen, konfessionsübergreifenden und fachkundigen Jury geprüft, ehe sie freigeschaltet werden. Dies kann auch schonmal ein wenig dauern. Das ist zwar ein wenig schade, aber notwendig, um sexistische, rechtsradikale oder kapitalistische Inhalte von den Seiten fernzuhalten. Also zumindest von sexistischen, rechtsradikalen oder kapitalistischen Inhalten, die von außen kommen.
Bis bald,
Horst
Vorschau auf den Rückblick (21. 11. 2012)
Die Woche zwischen Volkstrauertag und Totensonntag ist traditionell die letzte Chance etwas Spektakuläreres zu veranstalten, wenn man es noch in die offiziellen Jahresrückblicke schaffen will. Jetzt also schnell, egal wie das Wetter ist. Spätestens Montagmittag ist fast überall Redaktionsschluss.
Nicht allerdings bei uns, unser Jahresrückblick beginnt erst am 11. Dezember und selbst wenn noch später etwas wirklich Wichtiges passieren sollte, wie beispielsweise der von den Mayas angekündigte Weltuntergang am 21sten, könnten und würden wir das natürlich noch einbauen, da unsere Bühnenshow ja anders als beispielsweise die Jahresrückblickshefte, jeden Tag live sein wird. Beeilen muss man sich aber trotzdem, zumindest wenn man noch Karten für eine der Vorstellungen in diesem Jahr haben möchte, da gibt es nur noch sehr wenige, für aktuell noch 4 der 23 Dezembervorstellungen. Bei den Vorstellungen im Januar ist es noch etwas entspannter, aber wohl auch nicht mehr lange.
Unsere Planungen laufen natürlich längst auf Hochtouren, was bedeutet, wir haben schon einen Termin für ein Treffen gemacht.
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Mein erster Roman „Der König von Berlin“ hat es erfreulicherweise auf die Shortlist des Leserpreises von“Lovely Books“ geschafft. Jetzt zählen dort nur noch die Stimmen der Leserinnen und Leser. Hier kann man für einen der nominierten Romane abstimmen.
http://www.lovelybooks.de/leserpreis/2012/
Ich würde mich natürlich freuen, wenn viele für den König stimmen. Ist ja irgendwie klar. Muss aber jeder für sich entscheiden. Logisch.
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Vor dem Jahresrückblick darf ich noch ein wenig durchs Land fahren. Das finde ich sehr erfreulich. Heute Abend (falls ich den Text bis dahin fertig und online kriege, sonst wars gestern), trete ich zum ersten Mal in Mannheim auf, dann gehts endlich mal wieder nach Freiburg ins Vorderhaus, dann Bietigheim-Bissingen und Würzburg.
Nächste Woche endet die diesjährige Tour mit Frankfurt an der Oder, Görlitz, Magdeburg und zum Abschluss spiele ich in den Wühlmäusen in Berlin. Dann proben wir noch eine Woche, bevor wir uns fast 6 Wochen lang quasi ausschliesslich dem Jahresrückblick hingeben.
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Gerade erschienen ist übrigens noch ein von mir selbst eingelesenes Hörbuch zu „Für Eile fehlt mir die Zeit“, am 6. Dezember wird höchstwahrscheinlich auch die DVD vom „Großen Bahnhof“ erscheinen. Doch dazu mehr an Nikolaus.
bis dahin allen viel Gutes wünscht
Horst Evers
Wer ist schuld? (21. 11. 2012)
Der Hausmeister meiner früheren Grundschule schreibt mir, meine alte Grundschule werde entkernt und zu einem Fitnessstudio, auch mit Rückenschule umgebaut. Ich will jetzt gar nicht darüber lamentieren, was es für die Bevölkerungsstruktur in ländlichen Gebieten bedeutet, wenn dort jetzt aus den Grundschulen, Rückenschulen werden, ich will es nur bemerkt haben.
Auf alle Fälle hat der Hausmeister jetzt tatsächlich soviele Mailadressen wie möglich von ehemaligen Schülern ausgegraben, um diesen zu schreiben, er würde jede Menge Gegenstände aus ihrer alten Grundschule bei ebay versteigern.
Und da war sie dann. Meine alte Schultafel. Die alte Grundschulschultafel aus Raum 24, unserem Klassenzimmer. Die Tafel, wo Herr Gühlke immer oben links die Zuspätkommer aufgeschrieben hat. Und später auch die, die sonst noch Unfug veranstaltet hatten. Wo man den ganzen Schultag lang seinen Namen lesen konnte, wohl wissend, dass jeder Name am Ende mit einer Strafe bedacht werden würde. Die Tafel, vor der ich wer weiß wie oft, verzweifelt und ahnungslos stand. Auf dem Holzboden, der schon getränkt vom Angstschweiss von Generationen verwirrt, orientierungslos tropfender Grundschulkinder längst mürbe und knorrig geworden war und mit seinem gequälten Knarzen die lähmende Stille des Unwissens zu einer Dolby-Surround-Stille gemacht hatte. Denn die stillste Stille, wird noch sehr viel stiller und unheimlicher, wenn in ihr ein Boden knarzt. Und dieser Boden knarzte wie ein betrunkener, schnarchender Dachs.
Es löste Diskussionen aus, als die Spedition vor der Tür stand und ich der Familie gestehen musste, dass ich einem inneren Drang folgend, bei ebay meine alte Grundschulschultafel ersteigert hatte. Für gerade mal 4 Euro 72, ha, plus naja dann allerdings nochmal 63 Euro 50 Versandkosten. Die Familie vertrat die Auffassung, wir bräuchten gar keine Grundschultafel in der Wohnung. Es folgte eine hitzige, unerfreuliche Diskussion.
Im Prinzip war es wie damals, als ich ein Modell der Originalmelkmaschine ersteigerte, auf der ich in meiner Kindheit Kühemelken gelernt hatte.
…
Niemand wollte die Tafel, also musste ich sie in mein kleines Zimmer schaffen. Und dann begann es. Nachts hörte man plötzlich grausige, unheimliche Geräusche, Knarzen, aber auch dieses schlimme Geräusch nasser Kreide, die quietschend über die Schiefertafel gezogen wird. Ich rannte ins Zimmer, doch da war nichts bei der Tafel, nicht einmal Kreide. Aber es kam noch schlimmer. Wenn ich morgens erst nach acht ins Zimmer kam, stand plötzlich links oben an der Tafel mein Name. Der Name des Zuspätkommers. Kam ich vor acht, war alles gut. Doch wehe ich war später, dann stand da der Name und alles an diesem Tag ging schief. Der Bus fuhr mir vor der Nase weg, Geschäfte schlossen genau, wenn ich die Tür erreichte, in der Rathauskantine war mein Wunschessen direkt bevor ich dran war aus. Immer kam ich zu spät. Bei allem.
Es stellte sich heraus, daß ein Fluch auf meiner alten Grundschultafel lag. Das jahrelange Anklagen und Leid der Zuspätkommer hatte sich tief in die Seele der Tafel gefressen.
Wir liessen einen Exorzisten für Grundschulgegenstände kommen, aber der sagte, es sei zwecklos. Der Fluch, die Kraft des Zuspätkommens sei untrennbar in der Tafel verankert. Nur ihre völlige Zerstörung könnte dafür sorgen, daß nicht für alle Zeiten alles mit dem sie in Kontakt käme, viel, viel, viel zu spät dran wäre. Also brachten wir sie schweren Herzens zum Recyclinghof, wo sie dann verschrottet wurde. Ein Teil meiner Kindheit. Einfach verschrottet. So traurig hätte die Geschichte eigentlich enden können.
Doch als ich dann hörte, daß ausgerechnet dieser Recyclinghof, den aller-, aller größten Teil der neugewonnen, also recycelten Rohstoffe für den Bau des neuen Großflughafens Berlin-Brandenburg geliefert hat, da hatte ich doch ein bisschen ein schlechtes Gewissen.
Bunter November mit Vorlesern und dem „König von Berlin“ (6. 11. 2012)
Die einen sagen: „Boarh, endlich fast geschafft!“, die Anderen „Ach schade, ich werd wahrscheinlich wieder gar nicht mit allem fertig.“ In jedem Falle aber kann man bald schon auch ans Jahr 2012 wieder einen schönen Haken machen. Sollte die Welt am 21. Dezember 2012 nun letztenendes im Großen und Ganzen aber doch nicht untergehen, wird wohl auch in 2013 nochmal ein neues Jahr veranstaltet werden. Der strukturelle Ablauf soll allerdings wohl wieder ähnlich wie 2012 werden, wobei die genaue Reihenfolge von Tagen und Monaten noch nicht endgültig beschlossen ist. Da der neue Eröffnungstermin für den Großflughafen Berlin-Brandenburg im Herbst 2013 in jedem Falle garantiert eingehalten werden soll, behält man sich diesmal also eine eventuelle Verschiebung einzelner Daten, vielleicht ganzer Monate im Kalender vor. Vielleicht wird man also den Oktober 2013 zumindest für Berlin und Brandenburg komplett auf das Jahr 2014 oder sogar 2015 verschieben müssen.
Wir behalten dies im Auge und werden davon in jedem Falle in unserem Jahresrückblick, ab dem 12. Dezember im Mehringhoftheater berichten. Für den läuft der Vorverkauf übrigens längst auf Hochtouren, die ersten Vorstellungen sind bereits ausverkauft. Für Interessenten sei hiermit ein Kümmern um Karten wirklich dringend geraten. Im Januar wird der Jahresrückblick enden, ein Verschieben von Monaten wird für uns nicht möglich sein.
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„Der König von Berlin“, mein erster Roman, ist nun schon seit über einem Monat auf dem Markt und macht mir außerordentlich viel Freude. Da es ein Krimi ist, will ich allerdings hier nichts weiter mehr verraten, außer daß ich mich wirklich sehr über die äußerst positive Resonanz freue. Das ist schön.
Ein klein wenig erzähle ich jedoch bei den Auftritten, die bis zum Dezember noch anstehen (und unter den Terminen auf dieser Homepage natürlich nachzulesen sind). Dort kann man den König selbstverständlich auch überall erwerben. Bis Weihnachten werde ich, wie gut zu sehen ist, noch wirklich viel Zeit auf Bühnen von Chemnitz bis Mannheim, Görlitz bis Freiburg, Würzburg bis Frankfurt an der Oder und natürlich auch in Berlin verbringen. Da wird sicher wieder auch manch Weihnachtsmarkt zu besichtigen sein.
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Gestern, am Montag, haben wir in Bonn in einem grandiosen Abend die letzten beiden Vorlesersendungen des Jahres für den WDR produziert. Ich danke allen, die geholfen haben. Es war eine bemerkenswert schöne Vorstellung und wir können es auch beweisen. Die Sendung mit Sebastian Krämer und Jess Jochimsen läuft am 18. November, die mit Wolf Haas und Kirsten Fuchs am 6. Januar 2013. Davor, am 11. November, kann man noch die Sendung mit Marc-Uwe Kling und Michael Feindler, aufgenommen in der Comedia in Köln, hören. Alles immer Sonntags, um 20.05Uhr auf WDR 5. Die Sendung mit Ralf Husmann und Moritz Netenjakob lief bereits am letzten Sonntag.
Auch für Radio1 habe ich neue Geschichten aufgenommen. Die werden erfreulicherweise bis weit nach 2013 rein reichen.
Weiteres Neues wird in Kürze hier erzählt werden, aber erstmal ist dieser Eintrag fürwahr lang genug.
bis dahin allen viel Gutes
wünscht Horst Evers
Wann guckt man? (6. 11. 2012)
Ich habe zu meinem Geburtstag eine elektrische Zahnbürste geschenkt bekommen. Ich hatte vorher noch nie eine elektrische Zahnbürste benutzt. Ich persönlich wäre ja gar nicht auf die Idee gekommen, elektrische Zahnbürsten überhaupt auch nur zu erfinden. Ich fand es noch nie besonders anstrengend für Hand oder Handgelenk, die Zähne zu putzen. Das war überhaupt keine schwere Arbeit, wo ich heute froh bin, daß eine Maschine sie mir abnimmt. Müll runtertragen finde ich viel schwerer. Das wäre eine Erleichterung, wenn mal jemand einen elektrischen Mülleimer erfinden würde, der selbst ständig in den Hof runtergeht und sich ausleert. Oder besser noch gleich bis zur Deponie, dann könnte er auch die Batterien mitnehmen und auf dem Rückweg Zeitung und Brötchen besorgen. Warum bekomme ich nie mal sowas geschenkt?
Wobei, wahrscheinlich wäre es mir auch wieder gar nicht so recht, wenn der Mülleimer die Brötchen mitbringen würde. Is ja doch unappetitlich. Es sei denn der Mülleimer wäre reinlich, würde sich selbstständig waschen, sauber halten, alles quasi hygienisch tiptop. Das wäre super, dann könnte der auch einkaufen gehen. Und wenn der dann noch das zusätzliche Board im Badezimmer anschrauben könnte, was wir jetzt plötzlich brauchen, damit ich da meine völlig unnütze neue elektrische Zahnbürste hinstellen kann… Dann könnten wir mal darüber reden, ob das jetzt tatsächlich eine Erfindung ist, die auch mein Leben substanziell verbessert.
Andrerseits, wenn es das wirklich gäbe, also laufende Mülleimer, die sich selbst runterbringen und leeren, sich sauberhalten, waschen und pflegen, Einkäufe erledigen und kleinere Handwerksarbeiten in der Wohnung übernehmen. Welche Frau würde dann überhaupt noch mit einem Mann zusammenleben wollen und warum?
Wahrscheinlich ist das der einzige Grund, weshalb noch keine laufenden, sich selbst leerenden, sauberen Mülleimer erfunden wurden. Weil die Männer sonst in unserer Gesellschaft massiv an Bedeutung verlieren würden.So gesehen nur logisch und vermutlich ist das dann auch der Grund, weshalb noch niemand ein Gerät erfunden hat, das nachts schnarcht und tagsüber ohne System getragene Socken und sonstige Wäsche über die Fußböden der Wohnung verteilt.
Man sollte also schon aufpassen, daß man sich nicht irgendwann mit dem technologischen Fortschritt selbst überflüssig macht. Sonst heißt es plötzlich: „Nein, wir brauchen hier niemanden mehr, der den ganzen tag am Schreibtisch oder auf dem Sofa sitzt, behauptet er würde schreiben und zwischendrin immer mal wieder wegdöst. Da haben wir jetzt eine Maschine für!“ Und dann guckt man nämlich.
Der König kommt in Kürze (5. 9. 2012)
Am 21. September wird nun wirklich mein neuer Roman “Der König von Berlin” erscheinen. Da ich an diesem Abend aber, wie die kompletten beiden letzten Septemberwochen von Dienstag bis Samstag, im Mehringhoftheater gastiere, präsentiere ich ihn am Montag, dem 24. September im Renaissancetheater und auch in Radio 1, die die Buchpräsentation tatsächlich live übertragen. Eine zweistündige Sendung wird es werden, von 19.00 bis 21.00 Uhr. In der ersten Stunde gibt es eine Art Vorberichterstattung, wo ich auch manches um den Roman herum erzählen werde und ab 20.00 Uhr lese ich dann zum ersten Mal eine ganze Stunde lang aus dem neuen Buch. Im Theater werde ich natürlich auch noch etwas länger erzählen und lesen, vielleicht auch vertraulichere Dinge preisgeben, die ich lieber erst verrate, wenn Radio1 um 21.00Uhr wieder ins normale Programm zurückschaltet.
Ich bin sehr gespannt auf dieses Experiment und noch gespannter auf das Buch, das bis dahin garantiert fertiggedruckt sein wird. Das wurde mir so versprochen.
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Gestern haben wir im Pantheon in Bonn zwei neue Folgen der Vorleser aufgezeichnet. Die Gäste waren Bastian Bielendorfer, Martina Brandl, Jochen Schmidt und Paul Bokowski. Alle vier waren grossartig. Es werden sehr schöne Sendungen, die am 16. und 23 September, also jeweils Sonntag um 20.00Uhr auf WDR 5 ausgestrahlt werden.
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Justermang sitze ich wieder im Zug und schreibe Homepageaktualisierungen, die ich hoffentlich vor Mitternacht ins Netz bitten kann. Sonst müsste ich ja alle Zeitangaben nochmal überarbeiten. Heute Abend werde ich zum ersten Mal überhaupt in Darmstadt lesen. Auch Chorweiler am Freitag und Achim am Samstag sind tatsächlich Orte, wo ich noch nie war. Ich staune ja immer wieder, daß es solche Orte überhaupt noch im deutschsprachigen Raum gibt.
Das Ebertbad in Oberhausen, wo ich am Donnerstag bin und das Metro in Kiel (Sonntag) gehören natürlich ohnehin zu meinen absoluten, liebgewonnenen Favoriten. Mir gefällt diese Wochenplanung.
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Zum Jahresrückblick ist noch zu sagen, daß der Vorverkauf nun beginnt, ansonsten werde ich sicherlich vor dem Erscheinen des Romans diese Seite noch einmal aktualisieren, aber bis dahin sei darauf verwiesen, daß ich diese Rumtreiberei ja nicht nur zum Spaß, also zum Abends auf Bühnen vorlesen mache, sondern mich tagsüber auch gewissenhaft weiterbilde. Zu Dingen, die man in Berlin sonst so gar nicht erfährt. Zum Beispiel Altersvorsorgemodelle in Gütersloh, wie nebenan beschrieben.
Gutes altern und allen viel Schönes wünscht
Horst Evers
Altersvorsorge in Gütersloh (5. 9. 2012)
Am frühen Abend vor einem Lokal in der Nähe des Bahnhofs von Gütersloh. Zwei Männer sitzen draussen an einem Tischchen. Der eine trinkt Bier, der andere redet.
-Mir will einfach nicht in den Kopf, wieso Du jeden Abend hier noch unbedingt ein Bier trinken musst. Das ist doch nicht gut.
Der andere verzieht keine Miene, spricht aber trotzdem.
-Ein Bier schadet nicht.
-Jaa, aber es nützt auch nichts. Und außerdem, jetzt rechne mal nach. Jeden Abend trinkst Du hier ein Bier für 2 Euro. Das sind im Jahr 730 Euro. Jetzt lass mal 30 Jahre weitergucken. Dann wären das, Moment, 21900 Euro. Hübsche Summe. Jetzt stell Dir mal vor, Du würdest statt dem Bier, jeden Abend 2 Euro in die Büchse werfen, dann hättest Du in dreissig Jahren 21900 Euro. Wär das nicht was?
Der andere schüttelt den Kopf.
-Wer weiß denn was in 30 Jahren ist. Außerdem wär mir das zu riskant.
-Was?
-Na, das Geld sparen, statt trinken, wär mir zu riskant.
-Was ist denn daran riskant?
-Jetzt stell Dir mal vor, ich trinke die 30 Jahre und stelle dann fest: Ah, Mist, hätte doch lieber sparen sollen, hätte jetzt doch lieber die 21900 Euro. Dann kann ich das vielleicht noch gutmachen, also kann mir diese 21900 Euro auch anderweitig besorgen. Wäre nicht einfach, aber das ginge vielleicht. Irgendwie. So, aber jetzt denk mal, ich hätte die ganze Zeit gespart und in 30 Jahren merke ich: Ahh, ich hätte doch lieber getrunken! Die ganze Zeit lieber getrunken! Wie soll ich das je wieder aufholen? Jeden Tag einen halben Liter. 30 Jahre lang. Das wären rund 5400 Liter Bier. Das schafft man doch gar nicht! Und wenn doch, käme ich ja zu nichts anderem mehr. Den ganzen Rest meines Lebens müsste ich praktisch ununterbrochen Bier trinken. Was für ein Stress. Das macht doch irgendwann gar keinen Spass mehr. Nein, so stelle ich mir meinen Lebensabend nicht vor. Nur trinken, trinken, trinken. Da arbeite ich jetzt lieber in Ruhe vor, damit es mir im Alter mal besser geht und ich nur soviel trinken muss, wie man auch schaffen kann.
Der andere nickt.
-Verstehe. dann ist dieses Bier, das Du hier jeden Abend trinkst, für dich auch so eine Art Altersvorsorge?
-Ganz genau. Meine Altersvorsorge hat viele Säulen. Und dieses Bier jeden Abend ist sicherlich eine der Wichtigsten. Noch wichtiger, als diese ganze Sparerei ist nämlich das man auch immer gute und schöne Sachen macht, weil wer davon zuwenig auf die hohe Kante legt, schafft das im Alter…
Der Rest seines Satzes geht leider in einem gewaltigen Rülpser unter. Sein Freund hat ihn aber wohl trotzdem verstanden.
Ich bin mir nicht sicher, ob vor einem Bahnhofslokal in Gütersloh sitzen nun wirklich ein wichtiges, unvergessliches Erlebnis ist, von dem man im Alter noch lange zehren kann, aber trotzdem habe ich in den letzten Jahren von verschiedenen Finanzfirmen sehr, sehr viel unseriösere Vorsorgemodelle gesehen und auch angeboten bekommen. Zahle drinnen mein Essen und bringe den beiden auf dem Rückweg zwei frische Bier mit.
-Hier! Schonmal eine Bonusauszahlung aus ihrem Rentenfonds.
Die beiden sind sehr zufrieden. ich glaube nicht, daß sie ihre Kasse nochmal wechseln werden. Warum auch?
Manches Neues wird kommen (16. 8. 2012)
Die Eröffnung des neuen Berlin-Brandenburger Großflughafens wird gerade doch nochmals verschoben. Jetzt wohl auf Sommer 2013 oder Herbst oder vielleicht doch Leipzig. Nichts genaues weiß man nicht, wie der Berliner sagen würde, wenn er denn überhaupt noch was dazu sagen würde.
Als meine allerletzte Abgabefrist für den in Kürze erscheinenden Krimi genau auf den Eröffnungstermin des Flughafens fiel, wurde im Verlag gewettet, ob ich oder der Flughafen früher fertig sein würden. Ich Idiot habe damals gegen mich gesetzt. Nun aber ist der Krimi “Der König von Berlin” richtig schön fertig geworden, wird gerade gedruckt und erscheint am 24. September, wo ich ihn selbst im Renaissance-Theater präsentiere. Ick freu mir wie Bolle dadrauf.
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Vorher gibt es natürlich noch viele andere Auftritte, in Perron hatte ich gerade eine sehr schöne Zeit, nach Luckenwalde fahre ich morgen und in der nächsten Woche bin ich jeden Abend in den Wühlmäusen. Ab September geht es dann auch wieder richtig auf Tour. Auch die Termine habe ich aktualisiert. Sie sollten jetzt bis März 2013 ziemlich vollständig sein.
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Für den Jahresrückblick beginnen nun auch schon erste Vorbereitungen. Traditionell mit dem Anfertigen des Plakats. Wir würden es thematisch gern um den schon erwähnten Großflughafen kreisen lassen. Sollte jemand eine schöne Motividee haben, darf er die gerne mitteilen. Sollten wir einen Vorschlag für das Plakat auswählen, würden wir den natürlich prämieren. Und nicht zu knapp. Da liessen wir uns garantiert nicht lumpen.
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Die nächste Aktualisierung dieser Homepage werde ich in der letzten Augustwoche vornehmen, wahrscheinlich am 29. August. Da gibt es dann auch mehr Informationen zum neuen Buch und, wie jetzt auch, nebendran eine frische Geschichte.
bis dahin allen viel Gutes wünscht
Horst Evers
Die Nazimeerschweinchen (16. 8. 2012)
Als ich kürzlich in alten, also sehr alten Notizen geblättert habe, stiess ich auf Entwurf für einen Roman oder Film den ich wohl mit 16 oder 17 Jahren angefertigt habe.
Im Groben geht es da um eine Gruppe von Neonazis, die irgendwie so auf die Esoterikschiene geraten sind und nach Indien reisen. Dort erlangen sie Geheimwissen und finden heraus, dass die Seelen von Hitler, Goebbels, Göring und Himmler in den Körpern von Meerschweinchen wiedergeboren wurden. Also aktuell, vorher hatten die natürlich schon jede Menge andere Lebensformen durchlaufen, aber aktuell sind die vier eben Meerschweinchen. Tatsächlich finden sie dann auch die Nazitiere und ein bißchen kann man die natürlich auch am Äußeren erkennen. Also das Hitlermeerschweinchen hat schon so ein bißchen so einen Bart und quiekt auch so abgehackt bellend. Goebbels ist klein und zieht ein Bein ein bißchen nach und die Schweine Himmler und Göring sind einfach furchtbar dick und strecken immer die rechte Vorderpfote aus.
Die jungen Rechtsradikalen machen dann die Nazi-Meerschweinchen zu ihren Chefs und wollen unter ihrer Führung die Weltherrschaft erringen, der israelische und amerikanische Geheimdienst bekämpft die Meerschweinchen, will sie gefangen nehmen und vor ein Gericht stellen, auf der Gegenseite treten dann auch noch Tierschützer auf den Plan, es entbrennt eine ethische Diskussion darüber, ob Tiere immer geschützt werden sollten, selbst wenn sie nachweislich Nazis sind.
Der Film ist damals nicht realisiert worden. Vor allem, weil kein Tiertrainer in der Lage war, aus einem Meerschweinchen einen einigermaßen glaubwürdigen Hitlerdarsteller zu machen. Das Konzept des Antisemitismus und Rechtsradikalen ist Meerschweinchen einfach von Grund auf fremd. Man kann da praktisch gar nichts machen. Heute jedoch, mit den modernen Möglichkeiten der Computeranimation könnte man das Nazisein auf die Meerschweinchen quasi einfach draufrechnen lassen. Falls also ein einflussreicher Filmemacher dies zufällig liest und Interesse hat. Ich wäre bereit das Drehbuch nochmals aufzufrischen.